Alemannische Fastnacht
Fastnacht, je nach örtlichem Dialekt auch als Fasnacht, Fasent, Fasnet und Fassenacht bekannt, ist der schwäbisch-alemannische Karneval von Südwestdeutschland, Nordbayern, Westösterreich, der Deutschen Schweiz und Luxemburg.

Die Fastnachtsversion des Karnevals hat einige einzigartige Eigenschaften und Bräuche, die in anderen Regionen nicht oder weit weniger bekannt sind. Die Verwendung von aufwendig geschnitzten Holzmasken, Teufeln, Hexen, Tieren und anderen „wilden Gestalten“ (Wilde Leute) ist weit verbreitet. Eine Theorie besagt, dass dies ein Spiegelbild der vorchristlichen Wurzeln des schwäbisch-alemannischen Karnevals ist. In der Antike waren diese Figuren und Masken Teil des Bemühens, böse Geister in der Dunkelheit des Winters zu vertreiben. Andere sagen, dass es sich aus frühchristlichen religiösen Praktiken und dem Konzept der Kirche von Gut und Böse entwickelt hat.

Im Gegensatz zur Praxis in anderen Regionen verwenden viele der Narrenhästräger in den Fastnachtgebieten Jahr für Jahr die gleichen Masken und Kostüme und halten sie manchmal sogar über Generationen in der Familie. Im Laufe der Zeit hat Fastnacht jedoch mit den Einflüssen anderer Karnevalisten ein breites Sortiment an Kostümen und Bräuchen übernommen – zusätzlich zu den traditionellen.

Die baden-württembergische Stadt Rottweil feiert eine sehr bekannte Fastnacht. Der Karnevalsumzug in Rottweil wird als Narrensprung bezeichnet, buchstäblich der „Narrenhügel“. In Rottweil gibt es eigentlich drei große Paraden, eine am Rosenmontag um 8:00 Uhr und zwei am Fastnachtsdienstag (um 8:00 Uhr und 14:00 Uhr). Die Narrensprung-Marschierer tragen die für die schwäbisch-alemannische Fastnacht charakteristischen traditionellen Masken aus Holz.

Karneval aus Frankreich

Reaktion auf den französischen und preußischen Militarismus
Ein Grund, warum Karneval im Norden etwas anders aussieht und sich von den südlichen Versionen (Fasching) unterscheidet, ist historisch. Der größte Teil des Rheinlandes wurde 1794 von den Franzosen besetzt. Die militärischen Umzüge des rheinischen Karnevals, die Soldatenuniformen und die „Narrengrüße“ waren eine Möglichkeit, sich über den französischen und später über den preußischen Militärs lustig zu machen.

Aber schon im Mittelalter war das Fastenfest im Rheinland beliebt. So beliebt, dass es Aufzeichnungen über die Schwierigkeiten gibt, die die Behörden bei der Kontrolle der wilden Exzesse der Karnevalsfeier in Köln hatten! Später sahen sich auch die französischen Besatzer gezwungen, die wilde Leichtigkeit des Karnevals zu verbieten. Das Verbot wurde erst 1804 aufgehoben. Nach der Abreise der Franzosen im Jahr 1815 war Karneval eine gute Ausrede, um das preußische Militär zu verspotten, aber der Brauch der Straßenumzüge verblasste. In den folgenden Jahren wurden Karnevalskomitees (Karnevalsvereine) gegründet, um die Karnevalstradition wiederherzustellen – komplett mit Paraden und Militäruniformen. Das Kölner Festkomitee des Kölner Karnevals wurde 1823 gegründet.

Köln (Köln)
In Köln findet eines der bekanntesten und größten Karnevalsfeste Deutschlands statt. Der Kölner Karneval wird im lokalen Dialekt auch Fastelovend oder Kölsche Fasteleer genannt. Wie in den meisten Rheinländern ist der Höhepunkt des Karnevals die große Parade am Rosenmontag, der größte in ganz Deutschland, die sich über eine Länge von sechs Kilometern erstreckt.

Wie an den meisten Orten ist der offizielle Start von Karneval am 11. Tag des 11. Monats um 11:11 Uhr. Die so genannte „fünfte Jahreszeit“ beginnt am 11. November. Es gibt ein Konzert und die Präsentation des Kölner Dreigestirns, der drei symbolischen Figuren des Kölner Karnevals – ein Prinz, ein Bauer und eine Jungfrau (immer von einem Mann gespielt!). Aber danach passiert im November und Dezember wenig, eine Zeit, die mehr dem Advent, Weihnachten und Neujahr gewidmet ist. Erst Mitte Januar kommt die Karnevalstätigkeit in Schwung.

Narrenruf (Schrei des Narren)
Jede Karnevalsfeier im deutschsprachigen Raum hat ihren eigenen typischen Jubel oder Schrei. In Köln ist der häufigste Jubel „Kölle Alaaf!“. „(„Es lebe Köln!“).
Andere Narrenrufe: (mit Standort)
Ahoi! (Bayern und Norddeutschland)
Helau!/Hellau! (Düsseldorf, Mainz, viel Deutschland)
Hajo!/Hei-Jo! (Berlin, Heidelberg)
Ho Narro! (Konstanz)
Schelle schelle – schellau! (Allgäu)

Wie in den meisten Rheinländern beginnt der Karneval am Donnerstag vor Aschermittwoch (Weiberfastnacht). Auf dem Kölner Alten Marktplatz starten der Bürgermeister und das Dreigestirn-Trio den ersten offiziellen Straßenkarneval. In verschiedenen Stadtteilen finden ähnliche Veranstaltungen statt, mit kostümierten Jecken (YEK-en; Karnevalsteilnehmer, Narren), Bands und anderen Festlichkeiten.

Kostümbälle, Partys und andere Karnevalsveranstaltungen finden in den nächsten Tagen statt und führen zur großen Parade am Rosenmontag. Am großen Tag versammeln sich über eine Million Zuschauer entlang der Paradenstrecke, die sich durch das Zentrum Kölns schlängelt und vor dem Kölner Dom vorbeiführt. Noch viel mehr Menschen sehen die Veranstaltung im WDR Fernsehen. Obwohl es kein offizieller Feiertag ist, schließen die meisten Unternehmen vor Mittag und nur sehr wenige Menschen müssen am Rosenmontag arbeiten.